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Zusammenhänge

Gestern fand die Eröffnungsveranstaltung des Kongresses "Bertelsmann – ein globales Medienimperium macht (Hochschul-) Politik" statt. 15. – 17. Juli 2005 Freie Hamburger Hochschule: „www.freie-hh.de(Homepage der Freien Hamburger Hochschule)“:http://www.freie-hh.de .
Durch Zufall kam es dazu, dass ich mir diese Eröffnungsveranstaltung anhörte. Mir stellten sich ganz neue Blickwinkel auf die Hochschulpolitik dar.

Prof. Martin Bennhold der mich durch Gestik, Mimik und Sprache stark an eine Figur aus Loriot’s Sketchen erinnerte – was ihn mir durchaus persönlich sympatisch macht – fasste seinen Vortrag in sechs Aussagen zusammen, die ich im Folgenden gerne frei wiedergeben möchte, da sie wichtige Erkentnisse enthalten, die mir bisher nicht in dieser Deutlichkeit bewust waren.
Teilweise habe ich die folgenden Punkte auch mit Gedanken aus der anschließenden Diskussion ergänzt.

  • Privatisierung
    Durch die Privatisierung öffentlicher Institutionen – die Errungenschaften der Zivilisation, also der Gemeinschaft darstellen (z.B. Bildungs-, Gesundheits- und Wasserversorgung) – werden diese Institutionen undemokratischen Strukturen unterworfen, da die öffentliche Kontrolle ausbleibt, ja verhindert wird.
  • Konzentration
    Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE), dass maßgeblich an der Hochschulentwicklung beteiligt ist, ist ein Produkt der Bertelsmann Stiftung. Letztere hat in vielen Komissionen und Gremien, die sich mit der Entwicklung von Hochschulen in Deutschland beschäftigen wichtige Mitglieder positioniert.
  • Elite-Universität
    Die viel diskutierten Elite-Universitäten, die derzeit produziert werden sollen, werden atraktive Investitionsobjekte darstellen, sobald die kostenaufwendigen Transformationen durch öffentlichen Mittel vollzogen sind. Sie werden warscheinlich bald darauf einer Privatisierung unterzogen werden, da sie dann die „Filetstücke“ der deutschen Hochschullandschaft darstellen werden.
  • Studiengebühren
    Da die schrittweise Erhöhung der Studiengebühren, die derzeit noch als Verwaltungsgebühren getarnt eingefordert werden im Grunde schon beschlossene Sache sind, wird die Universität selber bald ein reines Filetstück sein. Bildung wird Ware, mit der sich vortrefflich Geschäfte machen lassen.
  • Ideologische Perspektiven
    Das Studium soll bald nur noch als Investition in die eigene Zukunft verstanden werden, die Berufsausbildung steht deutlich im Vordergrund. Das Studium soll deutlich nach Marktprinzipien ausgerichtet werden. Was gefragt ist, was Gewinn bringt, wird angeboten.
  • Macht der Medien
    Die von Medien produzierten Waren sind Impulse für geistige Produktivität, können dieses zumindest sein. Entscheidend ist jedoch nicht die geistige Quallität einer Idee sondern ihr Marktwert.

Ziel eines anderen großen Mediengiganten neben Bertelsmann ist laut eines Zitates, dessen genauer Wortlaut und Verfasser mir entfallen ist, sinngemäß die Vorherschaft im Bereich der Internetpublikationen und der Bildung.
Bildung als Produkt eines oder einiger, großer Konzerne ist aber nicht das, was ich mir für meine Zukunft wünsche.

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