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#FridaysForFuture – there is no planet B.

Sollte bekannt sein, freitags wird für die Rettung des Weltklimas gestreikt. Damit angefangen hat Greta Thunberg, eine 15-jährige Klima-Aktivistin aus Schweden. Hier ist ihre Rede die sie vor der UN-Klimakonferenz in Katowice 2018 gehalten hat.

Sie spricht zwar vor der Klimakonferenz — tatsächlich spricht sie aber zu uns allen, vor allem aber spricht sie zu allen Schülerinnen und Schülern weltweit.

„And if a few children can get headlines all over the world just by not going to school, then imagine what we could all do together if we really wanted to.“

„Und wenn ein paar Kinder Schlagzeilen in der ganzen Welt bekommen können nur dadurch, dass sie nicht zur Schule gehen, dann stellt Euch vor, was wir alle zusammen erreichen können wenn wir das wirklich wollen“

Hierin liegt die Chance die sich — in meiner Wahrnehmung erstmals — eröffnet. Wenn sich immer mehr Menschen ihrem Protest anschließen und immer mehr Schüler freitags zum örtlichen Rathaus gehen und – und das ist wichtig – mit einer Stimme sprechen – dann hat die Politik irgendwann nicht mehr die Möglichkeit das zu ignorieren oder die Forderungen nicht zu erfüllen.

Es gibt einige Schwierigkeiten auf dem Weg dorthin.

  • Die Proteste müssen groß genug werden und
  • die Proteste müssen langfristig anhalten damit die Politik sie nicht einfach aussitzen kann.
  • Die Proteste müssen klare Forderungen stellen und
  • die Proteste müssen erfüllbare Forderungen stellen.
  • Die Proteste dürfen erst enden, wenn den Forderungen entsprochen wurde.

Große und langfristige Proteste sind schwierig zu organisieren aber es ist gut möglich. Schwieriger ist die Sache mit den Forderungen. Es ist wichtig, dass die Forderung klar bei der wichtigsten Forderung für den Klimaschutz bleibt. Die Forderung darf nicht durch andere — bestimmt auch sehr wichtige — Forderungen verwässert werden. Dann sind die Forderungen nämlich nicht mehr erfüllbar und die Protestbewegung verliert ihr gemeinsames Ziel. Natürlich kann man auch gegen Plastiktüten oder Feinstaub protestieren aber eben nicht im Rahmen dieser Proteste. Dadurch würden sie geschwächt werden und das darf nicht passieren.
Dabei ist die zentrale Forderung klar:

„We need to keep the fossil fuels in the ground.“

Wir müssen die fossilen Brennstoffe im Boden lassen.

Die Kohlekommission hat in Deutschland einen wesentlichen Hebel beim Schutz des Klimas in der Hand. Kohlestrom erzeugt mehr CO2 als alle anderen wirtschaftlichen Möglichkeiten zur Stromerzeugung und die Kohlekommission (tatsächliche Bezeichnung „Kommission Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“) entscheidet über die Zukunft der Kraftwerke. Dabei hat sie offenbar Arbeitsplätze und (kurzfristiges) Wirtschaftswachstum eher im Blick als den Klimaschutz. Die Kommission hat gnädigerweise den schrittweisen und industriefreundlichen Ausstieg aus der Kohle bis 2038 beschlossen.

„Ein Schlag ins Gesicht“

Die Mitinitiatorin der deutschen Fridays-for-Future-Bewegung Luisa Neubauer ist enttäuscht vom Ergebnis der Kohlekommission.

„Entscheidend ist aber, was [bei der Kohlekommission] rausgekommen ist. Da hat sich die Kommission schließlich für einen Kohleausstieg bis 2038 ausgesprochen. Das ist natürlich ein Schlag ins Gesicht.“
Luisa Neubauer auf Klimareporter.de

„You only talk about moving forward with the same bad ideas that got us into this mess. Even when the only sensible thing to do is pull the emergency break.“

Ihr sprecht immer von Fortschritt mit den selben blöden Ideen die uns diesen Schlamassel eingebrockt haben. Obwohl das einzig vernünftige wäre die Notbremse zu ziehen.

Die Argumente der Gegenseite sind immer die selben. Und sie erscheinen grotesk vor dem Hintergrund des Klimawandels.

  • Aber die Arbeitsplätze!
  • Aber die Versorgungssichergeit!
  • Aber das ist schneller gar nicht zu schaffen!

Es sind schon derartige Unsummen an Steuergeldern in den Kohlestrom geflossen, da kommt es auf ein paar Milliarden mehr für Umschulungen oder Fortbildungen nicht mehr an. Der Ausstieg wird doch gerade mit 40 Milliarden berechnet. Das Geld ist also da und könnte auch schneller ausgegeben werden.

Zur Versorgungssicherheit und zur Machbarkeit von nachhaltiger Energieversorgung haben Christian Holler und Joachim Gaukel gerade ein Buch — ERNEUERBARE ENERGIEN – Ohne heisse Luft — herausgebracht das auch als kostenloses E-Book erhältlich ist. Ich empfehle es beim Zweifel ander Machbarkeit.

Ich hoffe auf die Macht der heranwachsenden Generation dieses Problem in den Griff zu bekommen und ihre Macht zu nutzen. Es ist bald Euer Planet.

„Change is coming, wether you like it or not. The real power belongs to the people“

Der Wandel wird kommen, ob es Euch gefällt oder nicht. Die wahre Macht liegt bei den Menschen.

Veröffentlicht in Ansichtssache Bildung

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